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Mittwoch, 17. April 2013

E-Mail Interview mit Jen Satora

Jen Satora Foto
Jen Satora
Mein Name ist Jen Satora, ich bin 34, Illustratorin und lebe in Moers.

01) Frau Satora, gleich zu Beginn unseres Email-Interviews stelle ich Ihnen die Frage alle Fragen: wie wurden Sie Comiczeichnerin?

Ich interessierte mich schon als Kind für Comics. Ich las gern Lucky Luke oder Batman, auch Fantasygeschichten aus Belgien. Ich zeichnete selbst, dachte mir dazu Geschichten aus. In meiner Fantasie konnte ich mich ausleben.

02) Viel Ihnen die Entscheidung Künstlerin zu werden leicht?

Nein. Ich wollte Ingenieurwesen studieren, wie mein Vater. Aber leider sagten mir meine Noten in Mathematik, das ich das nicht schaffen würde.
Also studierte ich Kommunikation-Design.

03) Was hat Sie in Ihrem beruflichen Leben entscheidend geprägt?

Das ich mich selbstständig gemacht habe. Das ist ein großer Schritt, und wenn man alleinerziehend ist, hat man immer die Angst, das die Familie zu sehr darunter leiden könnte.

04) Viele Menschen glauben immer noch, das Künstler das Leben eines Bohémiens führen. Wie sieht der Arbeitsalltag einer Künstlerin wirklich aus?
Hart. Ich muss viel Zeit investieren, um Kontakte zu pflegen, und muss viel Büroarbeit machen, Datenpflege, Buchhaltung. Das sehen Außenstehende oft nicht.

05) Was ist die treibende Kraft für Ihre kreative Arbeit? Der schöpferische Drang? Die Inspiration?

Das Leben selbst. Häufig auch der Kontakt zu meinen Schülern, die mir neue Anregungen geben.


06) An welchem Projekten arbeiten Sie gerade?

Das kann ich nicht verraten. Nein, Scherz beiseite, ich zeichne wieder für ein Kinderbuch, und ich habe verschiedene Projekte für einen Verlag in Arbeit.


Manga Elf von Jen Satora
Manga Elf von Jen Satora

07) Für manche Künstler ist der Computer ein wichtiges Werkzeug. Dazu kommt noch das Internet. Diskussionsforen, Webseiten, Blogs und auch Wikipedia sind für viele unentbehrlich geworden. Wie stark nutzen Sie für Ihre Arbeit das Internet?

Es gehört zum Arbeitsalltag dazu, sich auf dem Laufenden zu halten, neue Aufgabengebiete zu finden und Verbindungen zu Auftraggebern zu entwickeln. Dazu nutze ich das Internet.

08) Jen Satora, ist das ein Künstlername? Und wenn ja, wo kommt der her?

Ja und Nein. Mein Vorname wurde oft abgekürzt, und ich wurde eben so gerufen. So hat sich das ergeben.

09) Sie haben eine eigene Webseite. Könnten Sie sich vorstellen einen eigenen Blog zu betreiben? Wie ist Ihre Meinung zu den "neuen Medien", wie Facebook, Twitter, StudiVZ, Xing, und dergleichen?

Einen Blog schreiben würde ich gern, aber leider fehlt mir momentan die Zeit dazu.

10) Wir leben in einer sich immer schneller verändernden Welt. Wie gehen Sie mit diesen Veränderungen um?

Durch effiziente Langsamkeit: Ich versuche stets nur das zu ändern, was wirklich notwendig ist.

Drache für die Kinderbibliothek Kempen

11) Wenn Sie einen Plan für die nächsten, sagen wir vier Jahre hätten, wie würde der in etwa aussehen?

Viel arbeiten und alternativ dazu viel an der frischen Luft sein.

12) Sie haben eine eigene Comiczeichenschule für Kinder. Was würden Sie jungen Menschen raten, die gerade ihr Abitur/Hochschulreife erlangt haben und die vor der Entscheidung stehen ob Sie ein Studium beginnen oder in das Berufsleben einsteigen sollen?

Das hängt davon ab. Ich habe Schüler, die sind sich absolut sicher, dass sie etwas studieren wollen und das auch erreichen werden. Dann habe ich Schüler, denen eine solide Ausbildung wichtiger ist. Ich finde beides ok., wenn man den Weg für sich selber einschlägt und weiß, wohin die Richtung geht.

13) Wenn Sie auf Ihre bisherige Karriere zurückblicken, worauf sind Sie besonders stolz?

Ich habe viele unterschiedliche Situationen und Kontakte zu Menschen gemeistert. Hierbei musste ich oft erst heraus finden, wie man die Dinge an geht und wie man in bestimmten Situationen reagiert. Daraus habe ich gelernt.

14) Gibt es einen Traum, den Sie sich erfüllen möchten?

Ja. Aber den verrate ich nicht. ^_^

15) Zum Abschluss möchte ich Ihnen eine ganz persönliche Frage stellen: was haben Sie vom Leben gelernt?

Ich habe gelernt, Entscheidungen für mich zu treffen und diese auch nach außen hin zu vertreten.


Zeichnertisch von Jen Satora
Zeichnertisch von Jen Satora



   

Mittwoch, 13. Februar 2013

Besucher aus dem All - Asteroid 2012 DA14

Am Freitag, den 15. Februar 2013, bekommen wir Besuch aus dem All! Der Asteroid 2012 DA14 wird in einem Abstand von "nur" 27.000 Kilometer an der Erde vobei fliegen. Astronomisch gesehen ist das sehr, sehr knapp.

Raketenschild
 

Der Asteroid wird die Erde nicht treffen
Atomraketen müssen wir nicht auf den 40 bis 60 Meter großen Felsen abschießen. Ja, es gibt diverse Publikationen, die mit reißerischen Titeln ihr Geld verdienen. Der Asteroid könnte mit katastrophalen Folgen die Erde treffen, kann man da lesen. Die gleichen Publikationen haben auch den Weltuntergang für 2012 vorhergesagt. Mit Information hat das gar nichts zu tun. Die findet man in einem Artikel auf Wikipedia zum Asteroiden 2012 DA14, oder in einem Eintrag von Florian Freistetter in seinem Blog astrodicticum-simplex. Er hat über die Kollisionswahrscheinlichkeiten erdnaher Asteroiden mit Planeten seine Doktorarbeit geschrieben!

Mittwoch, 6. Februar 2013

An original if not controversial mixture of science fact, fiction, fantasy and the paranormal
OMNI war eine recht kurzlebiges Magazin, auf Deutsch erschienen nur wenige Ausgaben. Aber das Original hat von 1978 bis 1995 durchgehalten. Und als eines der ersten Online-Magazine sogar bis 1998!

OMNI, Januar 1985
OMNI, Januar 1985


OMNI jetzt online abrufbar
Ein Blogeintrag auf clockworker.de hat mich überrascht: fast alle Ausgaben sind jetzt online abrufbar. Kostenlos! Und diese Information finde ich auf einer Webseite über Steampunk.

Archive.org stellt OMNI online
Zu finden sind die englischsprachigen Ausgaben aus drei Jahrzehnten auf archive.org. Und hier gibt es von mir den direkten Link in die Liste der einzelnen Ausgaben. Der Knüller ist aber, das es die Magazine in verschiedenen Datei-Formaten gibt: PDF, Epub, mobi, DjVu, DAISY, Txt und als Browser-Version zum online lesen. Hinter dem Link "All Files: HTTPS" stecken dann noch Dateien im Format cbr, abbyy und Jpeg2000.

Mittwoch, 30. Januar 2013

Auf dem Mars ist es ganz schön staubig

Im Forum von Unmanned Spaceflight sind wieder einige Bilder veröffentlicht worden, die deutlich zeigen wie staubig es auf dem Mars ist! Die Bilder stammen aus den Posts 501 und 504.

Post 501 Dust on Mars

Post 504


Auch Emily Lakdawalla hat in ihrem Blog bei der Planetary Society eine Gif-Animation veröffentlicht.




Sichtverschlechterung im Krater Gale, aufgenommen durch Curiosity



Mittwoch, 16. Januar 2013

Kantenstellung des Rings des Saturn von Cassini fotografiert

W00075400.jpg was taken on September 04, 2012 and received on Earth September 07, 2012. The camera was pointing toward TITAN at approximately 1,282,976 miles (2,064,749 kilometers) away, and the image was taken using the CB2 and CL2 filters. This image has not been validated or calibrated. A validated/calibrated image will be archived with the NASA Planetary Data System in 2013.  For more information on raw images check out our frequently asked questions section.
Image Credit: NASA/JPL/Space Science Institute


Am 4. September 2012 machte die Raumsonde Cassini diese Aufnahme des Saturnringes in Kantenstellung und den Schattenwurf des Ringes auf den Gasplaneten. Ein geniales Bild! Die NASA gibt dazu folgende Beschreibung:
W00075400.jpg was taken on September 04, 2012 and received on Earth September 07, 2012. The camera was pointing toward TITAN at approximately 1,282,976 miles (2,064,749 kilometers) away, and the image was taken using the CB2 and CL2 filters. This image has not been validated or calibrated. A validated/calibrated image will be archived with the NASA Planetary Data System in 2013.
Die Aufnahme wurde also im sichtbaren Spektrum des Lichts aufgenommen, aber in s/w. Jason M. hat in seinem Blog Lights in the Dark eine leicht bearbeitete Version veröffentlicht.


Mittwoch, 9. Januar 2013

Terry Pratchett The Watch oder CSI:Ankh-Morpork

Das war ja klar! Schon vor über einem halben Jahr wurde bekannt, das es eine 13 teilige TV-Serie über Terry Pratchett's Scheibenwelt geben wird. Und ich bekomme das erst jetzt mit!

Die Serie hat den Arbeitstitel "The Watch" und soll so eine Art CSI:Ankh-Morpork werden. Die Romane über Samuel Mumm und die Nachtwache, dienen dabei als Vorlage.

Erst verpasse ich im September 2012 die Nachricht, das die NASA Raumsonde Voyager 1 den Rand unseres Sonnensystems erreicht hat, und jetzt das. Ich glaube, ich lebe hinterm Mond!

Paul Kirby, Sir Terries Haus- und Hof-Illustrator, berichtet auf seiner Homepage über die Gründung einer Firma, die die Serie produzieren soll. Und die BBC ist mit im Boot.

Auf Bleeding Cool findet man sogar einen Videoclip aus einem Meeting vom Oktober 2012 mit Terry Pratchett himself. Er ist leider an Alzheimer erkrankt, aber in dem 9 Minuten langen Video wirkt er auf mich geistig wach! Auch gab es auf Bleeding Cool schon im März 2011 die ersten Gerüchte, was natürlich in Sir Terries Forum fleißig besprochen wurde ;-)

Ach ja, die BBC will die Serie ab 2015 ausstrahlen. Ich bin mal gespannt, ob ich das auch noch verpasse.


Samstag, 8. Dezember 2012

Science Fiction ist Gegenwartsliteratur

Aufgabe der Science Fiction ist es nicht das Auto vorherzusagen, sondern den Verkehrsstau

Im Blog Lichtecho habe ich dieses Video entdeckt. Ich kann den dort gemachte Aussagen nur zustimmen! Es dauert nicht einmal 7 Minuten und wurde am 6. Juli 2012 auf den youtube Kanal des regionalen Fernsehsenders KW-TV Wildau veröffentlicht. Welche Perlen werden wir noch auf solchen Sendern finden?

Die angebliche Gegenwartsliteratur ist Vergangenheitsliteratur 

Buchhändler und Lektor Hannes Riffel bringt dieses Zitat von Wolfgang Jeschke. Aber schauen Sie sich den Bericht und das Interview selbst an:

 


Donnerstag, 4. Oktober 2012

Blogger Thorsten Küper ist umgezogen!

kueperpunk2012.blogspot.de

Unser aller Blogger Thorsten Küper, alias kueperpunk, freischaffender Autor, Blogger, Filmemacher, Web 2.0 Aktivist, Bewohner virtueller Welten, und Cyberpunk, hat eine neue Blogadresse. Auch das Layout ist etwas anders, aber sonst bleibt alles so wie es war.

Lieber Thorsten, auf die nächsten 7288 Blogeinträge!

Freitag, 17. August 2012

Mein Poster auf Spaceports

Der Jurist für Weltraumrecht Jack Kennedy hat in seinem Blog mein Poster unter dem Titel "MSL Curiosity on surface of Mars!" veröffentlicht. Und das pünktlich zur geglückten Landung im Krater Gale am 6. August. Nur habe ich das erst Heute gesehen!

Ich muß wirklich regelmäßiger gute Blogs zum Thema Raumfahrt lesen!

Und hier geht es zum LinkedIn-Profil von Jack Kennedy.







































Montag, 30. Juli 2012

Das Bloggergrillen in der Villa Kueperpunk


Das Bloggergrillen in der Villa Kueperpunk stand unter dem Motto
"Ein Rost ist nicht genug". Wie war, wie war!

In tagelanger Vorbereitung hatten Küperpunk und Zauselina wie fleißige
Bienen für unser aller Wohlergehen Vorkehrungen getroffen. Bloggerin Ghost brachte aus Thüringen echte Thüringer mit, die von Kueperpunk und Zauselina fachmännisch und gekonnt geröstet und von uns genüsslich verspeist wurden. Vielen, vielen Dank an Ghost!

Unser generöser Gastgeber hatte nicht nur am Grill das richtige Händchen, sondern auch beim Wetter. Kurzfristig wurde die feierliche Entzündung des olympischen Feuers von 19 Uhr auf 15 Uhr vorverlegt. Welch weise Entscheidung!

Das Wetter hielt und kein Regentropfen wagten es unsere Häupter zu benetzen. Gerüchten zu Folge, soll Flusskiesel Zugriff auf ein Wetterkontrolsystem haben. Ob es stimmt?

Unser Gastgeber Küperpunk
Unser Gastgeber Küperpunk

Unvergesslich wird mir Zauselinas (die gute Fee der Villa Kuperpunk) köstlicher Nudelsalat bleiben. Er schien mir einem Füllhorn entsprungen zu sein, da er nie zur Neige ging.

Doch ich muß noch von meiner Anreise zum Landgut derer von und zu Kueperpunk berichten. Vybzbild war so freundlich Fernrir, Leif und meine Wenigkeit auf ihrem mitternachts-blauen, fliegenden Teppich mitzunehmen!

Vybzbilds fliegender Teppich

Vybzbilds fliegender Teppich. Und ja, sie hat einen Freiflugschein von der Hexen-Innung Rot-Weiß Bochum 1464. Rechts unten, das schwärzliche Etwas, ist meine Socke. Man kann die Ausmaße dieses prächtigen Fluggeräts erahnen.


Der Flug war recht kurz, aber sanft. Auf dem Landgut derer von und zu Kueperpunk angekommen, waren wir angenehm überrascht. Keine Trolle, Gnome, Kobolde oder Poltergeister, die ihr Unwesen mit uns Sterblichen treiben wollten. Nichts davon! Und auch der berüchtigte Drache derer von und zu K. ließ sich nicht blicken. Nur ab und an war ein Raunen oder auch ein kurzer, spitzer Schrei zu hören.

Die Zugbrücke zur "Villa" Kueperpunk. Hier herrschte ein geschäftiges Treiben.
Die Zugbrücke zur "Villa" Kueperpunk. Hier herrschte ein geschäftiges Treiben. Im Vordergrund sieht man Henning, der Blogs liest.
Und jetzt möchte ich der geneigten Leserschaft einige Aufnahmen der gelungensten Veranstaltung des frühen 21. Jahrhunderts präsentieren:

Fenrir, Vybzbild und Leif
Fenrir, Vybzbild und Leif haben Platz genommen.

Der Doctor, der Commodore daMax, Flusskiesel und die unvergleichliche Zauselina
Der Doctor, der Commodore daMax, Flusskiesel und die unvergleichliche Zauselina

Eine wirklich angenehmen Gesprächsrunde
Eine wirklich angenehmen Gesprächsrunde. Leider erkennt man nicht die Topographie des Geländes, das viel zur besonderen Atmosphäre des Bloggergrillens beigetragen hat.

Diese arme Kreatur wurde all seiner Gefährten beraubt.
Diese arme Kreatur wurde all seiner Gefährten beraubt.

Fenrir erklärt - und der Doctor versteht.
Fenrir erklärt - und der Doctor versteht.

Angie und John von Second Radio
Angie und John von Second Radio. Bestens technisch ausgerüstet habe sie einige Videos gedreht!
Wie schon erwähnt, hatten wir mit dem Wetter keinerlei Probleme (Wetterkontrolle?). Die fruchtbaren und angeregten Gespräche gingen bis kurz vor Mitternacht.

Inswischen haben auch andere Gäste über dieses Weltereignis berichten können! Hier meine sicherlich unvollständige Liste:

Zauselina

Fenrir

Vybzbild

Flusskiesel

Ghost

kueperpunk





Mittwoch, 25. Juli 2012

Bloggergrillen am 28. Juli um 15 Uhr

Ich bin zum Bloggergrillen in der Villa Kueperpunk eingeladen!
Ich kann da ruhig hin gehen, da ich mit meinen 84 kg recht mager im Vergleich zu den anderen Teilnehmern bin. Ein Redakteur bei Perry Rhodan, Klaus Frick, macht sich auf Twitter schon Sorgen um unsere Esskultur.

Ein Rost ist nicht genug!
Ich möchte den guten Mann beruhigen. Unser Gönner kueperpunk wird ein ausgezeichneter und großzügiger Gastgeber sein, davon bin ich fest überzeugt. Die lukullischen Genüsse, die uns erwarten, werden zur Legende werden!



Werter Leser, bitte entschuldige, das ich erst jetzt über das heraufziehende Jahrhundertereignis berichte, aber eine sterbende Festplatte hat mir den ganzen Dienstag gestohlen! Und dann hatte ich einfach keinen Bock mehr bei dem schönen Wetter vorm PC zu hocken.

So, jetzt gehe ich erstmal meine hungrigen Zombies füttern.


Mittwoch, 23. Mai 2012

(fast) alles über Comics

Fast alles über Comics erfahren Sie im Blog von Martin Boisen. Der Hamburger macht das seit 2007.
Wussten Sie das es YPS ab Oktober 2012 wieder geben soll? Oder das die Comic-Serie  Michel Vaillant fort gesetzt wird?

Das alles erfahren Sie in (fast) alles über Comics. Jeden Monat gibt c.a 20 Blogeinträge über Comics! Mich stört nur das rosa Farbschema des Blogs;-)


Sonntag, 15. April 2012

E-Mail Interview mit dem Musiker Stephen Parsick

Stephen Parsick ist Künstler, seine Ausdrucksform ist die elektronische Musik. 1996 gründete er die Band [´ramp]. 1998 veröffentlichte er sein erstes Solo Album "Traces of the Past". Im selben Jahr erschien bei Mario Schonwalders Manikin Records das erste [´ramp] Album mit dem Titel "nodular". Von 1998 bis 2002 arbeitete Parsick mit Klaus Hoffmann-Hoock. Auch spielte er zeitweise in den Bands 'Cosmic Hoffmann' und 'Mind over Matter'. Stephen Parsick, Jahrgang 1972, hat sich als Musikproduzent und Sound Designer einen Namen gemacht. Sein Musikstil ist als 'Dark Ambient' bekannt geworden und sticht aus dem von Plattenfirmen und Medienkonzernen produzierten Einheitsbrei heraus.

Gleich zu Beginn unseres Email-Interviews stelle ich Dir die Frage aller Fragen: wie kamst Du dazu elektronische Musik zu machen?

Ich habe zum ersten Mal diese Musik gehört, als ich noch in den Kindergarten ging. Irgendetwas daran hat mich einfach umgehauen, und als ich das erste Mal Jarres "Oxygene" hörte, wußte ich, daß ich auch sowas machen wollte. Diese Klänge haben einfach ganz tief in mir eine Saite berührt, und die hat seither nicht mehr aufgehört, zu schwingen. Später lernte ich dann die Musik von Klaus Schulze und Tangerine Dream kennen, und bei Schulze dachte ich das erste Mal "Das kannst Du auch, der spielt ja genauso schlecht wie Du!" Davor hatte ich nur so Zeug wie Tomita und Wendy Carlos gehört, die ja diesen ganzen klassischen Kanon rauf- und runtergespielt haben -- und mit klassischer Musik wollte ich nichts zu tun haben, weil die Formalismen, die ihr zugrunde liegen, meinen Geist viel zu sehr in eine bestimmte Richtung gezwängt hätten. Gerade diese stilistische Freiheit, die einem die nicht-akademische elektronische Musik eröffnet, finde ich sehr spannend und befreiend: Ich muß mich nicht um über Jahrhunderte hin wie heilige Kühe tradierte Formalismen scheren, sondern kann einfach die Musik entstehen lassen und womöglich selbst einen Stil schaffen. Von dieser Warte aus betrachtet finde ich die freiwillige stilistische Einengung, die heute viele Macher von EM auf sich nehmen, völlig kontraproduktiv und im Grunde sogar schädlich für den Ursprungsgedanken -- da ist endlich eine Musik, die einem alle Freiheiten gibt, und sie tauschen diese Freiheit aus Mangel an Disziplin oder Angst vor eben der Freiheit gegen eine formale Einengung ein. Das hat mehr etwas von Anbiederei an andere Stile und Szenen als vom Finden einer eigenen Ausdrucksform.

Stephen Parsick im Foyer des Planetarium Bochum
Der Musiker Stephen Parsick im Planetarium Bochum

Viele Menschen glauben immer noch, dass Musiker das Leben eines Bohémiens führen. Wie sieht Dein Arbeitsalltag als Künstlers wirklich aus?

Ich kann von meiner Musik nicht leben, und jede neue Produktion lebt vom Erfolg der vorhergehenden; wenn ein Album sich schlecht verkauft und die Produktionskosten nicht wieder einspielt, steht es schlecht um die Veröffentlichung des nächsten Albums. Im Idealfall trägt die Musik sich selbst -- oder es geht halt gar nichts. Ich arbeite daher hauptberuflich als Fremdsprachendozent bei diversen Bildungsträgern in Ostwestfalen und im südlichen Niedersachsen, um die Brötchen zu verdienen und die Miete zu bezahlen. Ich halte es hier mit Tommi Stumpff, der mal so schön sagte, daß jemand, der nicht bereit ist, für seine Kunst zu hungern oder einen zweiten Job anzunehmen, auch nichts zu sagen hat.
Das einzig Bohemische, das ich bis dato erlebt habe, ist, daß ich meine Arbeitszeit etwas freier gestalten und besser meinem eigenen Lebensrhythmus anpassen kann. Wer aber glaubt, daß Kunst ein Freibrief ist, um auf der faulen Haut zu liegen, der irrt sich gewaltig -- das gilt allenfalls für Leute, die von einem familiären Speckpolster zehren können, das sich andere für sie angefressen haben. Und im Gegensatz zur immer noch weitverbreiteten Auffassung, bei elektronischer Musik müsse man nur auf einen Knopf drücken und dann macht sie sich von alleine, muß man diszipliniert arbeiten, um am Ende ein Resultat zu bekommen -- das kommt nicht von nichts. In erster Linie ist Kreativsein harte Arbeit und sehr viel Disziplin; wenn Du anfängst, selbstgefällig zu werden oder das Mittelmaß als Eichmaß für Dein Handeln akzeptierst, dann hast Du im Prinzip schon verloren, weil dann die Motivation, sich selbst verbessern oder entwickeln zu wollen, schon verflogen ist.

Planetarium Bochum am Abend des 13. Dezember 2008.
Planetarium Bochum am Abend des 13. Dezember 2008

Was ist die treibende Kraft für Deine Musik? Der schöpferische Drang, die Inspiration?

Klaus Schulze sagte mal in einem Interview, daß der Antrieb eines Künstlers darin liege, daß er mit seiner Umwelt unzufrieden sei und er sie durch seine Arbeit verbessern wolle. Das ist vielleicht eine gute Umschreibung, denn diese Unzufriedenheit mit dem Status Quo, den bestehenden Verhältnissen vor allem in der Musikwelt ist bei mir definitiv vorhanden, nur glaube ich nicht, durch meine Arbeit irgendetwas verändern zu können. Das ist aber keine Ausrede, um diese Arbeit nicht zu machen. Ob sie jemals etwas bewegen wird, weiß ich nicht. Diese Frage kann ich nicht zur Grundlage meiner Entscheidungen machen.
Es gibt keine eindeutige Quelle, was die Inspiration angeht. Inspiration kann aus einer Klangfarbe erwachsen, die ich bei einem Instrument gefunden habe, aus dem Zusammenwirken von mehreren musikalischen Kräften, aus Dingen, die um mich herum geschehen, oder ganz spontan aus dem Moment und einer Eingebung heraus. Ich will das auch nicht weiter erkunden oder verstehen, denn die Magie des Schöpfungsaktes ist nur solange Magie, solange man sie nicht durch zuviele Fragen entzaubert. Die treibende Kraft ist für mich die Neugier, verstehen zu wollen, wie aus elektronischen Instrumenten Musik geholt wird. Der schöpferische Drang ist wahrscheinlich am ehesten als Bestreben, mich selbst immer wieder verblüffen und erfreuen zu wollen, zu beschreiben. Aber, wie gesagt, ich versuche, das so wenig wie möglich zu reflektieren.

Planetarium Bochum am Abend
Planetarium Bochum am Abend

An welchem Projekt arbeitest Du gerade?

Derzeit sitze ich an den Vorbereitungen zu meinem Konzert im Bochumer Planetarium, bei dem ich Material von der jüngsten ['ramp]-CD "return" spielen werde sowie noch einiges an neuem Material, das erst noch geprobt und in Form gebracht werden muß. Ferner habe ich noch ein paar Aufnahmen hier liegen, an denen ich seit der Veröffentlichung von "return" arbeite, damit demnächst vielleicht die neunte ['ramp]-CD erscheinen kann.

Der PC ist ein wichtiges Werkzeug für den Künstler. Dazu kommt noch das Internet. Diskussionsforen, Blogs und Webseiten wie musiczeit.com oder iapetus-store.com sind für viele unentbehrlich geworden. Wie stark nutzt Du für Deine Arbeit das Internet?

Wenig. Ich bin zwar in einigen einschlägigen Foren zu finden, in denen ich Werbung für mich und meine Arbeit mache und auch gelegentlich dummes Zeug schreibe, aber ich halte das Internet im Großen und Ganzen für eine massive Zeit- und Energieverschwendung. Es gibt Leute, die tausende von Facebook-Freunden haben, und wenn sie eine neue Platte veröffentlichen, kauft von diesen tausenden von Freunden vielleicht eine Handvoll die CD -- da rechtfertigt der Aufwand nicht den Nutzen. Was soll der Quatsch also? Ich mache mich daher lieber rar, als überall durch ständige Überpräsenz und Schaumschlägerei aufzufallen -- vielleicht die einzig mögliche Strategie, gewissermaßen eine Gegenbewegung zu dem, was alle anderen machen.
Der PC hat für mich nur die Funktion einer sehr flexiblen Tonbandmaschine, mit der ich meine Arbeit produzieren kann. Man sollte diesen technischen Krücken aber nicht mehr Raum geben, als sie ohnehin schon einnehmen, denn zu schnell wird man von ihnen abhängig -- und ich hasse nichts mehr, als einer Abhängigkeit ausgeliefert zu sein. Ich wünsche mir sogar manchmal, ich bräuchte nur eine akustische Gitarre und meine Stimme, um mich ausdrücken zu können -- ohne diesen ganzen Apparat, der immer eine Steckdose braucht, um funktionieren zu können.
Stephen Parsick und Ina Parpart im Kuppelsaal des Planetarium Bochum
Stephen Parsick und seine Ehefrau Ina Parpart im Kuppelsaal des Planetarium Bochum


Könntest Du dir vorstellen einen eigenen Blog zu betreiben?

Wofür? Wen sollte es interessieren, was ich zu sagen habe? So ein Blog kostet Zeit, Energie und Aufmerksamkeit, die ich lieber meiner Musik widme -- das, was ich zu sagen habe, versuche ich, durch meine musikalische Arbeit zu sagen. Mir ist es schon manchmal zuviel, Emails zu beantworten, weil jeder jederzeit an jedem Ort verfügbar geworden und am besten schon alles vorgestern erledigt worden ist. Seit das Internet die Macht über unser Denken, Fühlen und Handeln übernommen hat, glaubt jeder, sein Senf sei wichtig und müsse unbedingt dazugegeben werden. Dabei ist das meiste einfach nur Zeitverschwendung und hätte genausogut nicht gesagt oder geschrieben werden können -- wie womöglich auch dieses Interview hier.  
Wie ist Deine Meinung zu den "sozialen Netzwerken", wie Facebook, Twitter, StudiVZ, Xing, und dergleichen?

Ich lehne sie von Grund auf ab und gönne mir den Luxus, asozial zu sein. Für mich hat diese Bindung von Energien und Aufmerksamkeit schon fast etwas Faschistoides an sich. Da wird Menschen systematisch Energie und Lebenszeit abgezapft und ihr Denken, Fühlen und Handeln an ein völlig aus der Kontrolle geratenes System gebunden -- und alle machen begeistert mit und lassen sich freiwillig all die sozialen Zwänge aufbürden, die diese Netzwerke mit sich bringen! Da wird dann das Leben in einer Parallelwelt gelebt, die nur aus virtuellen Freunden besteht, aber in der wirklichen Welt geht man sich dann aus dem Weg und hat einander nichts mehr zu sagen -- aber davon eine ganze Menge!

Wir leben in einer sich immer schneller verändernden Welt. Wie gehst Du mit diesen Veränderungen um?

Ich versuche, mich bewußt zu entschleunigen, indem ich mich solchen Netzwerken und Vereinnahmungen soweit es geht entziehe. In meinem Leben haben Apps, Smartphones, Handies, Internetflatrates, soziale Netzwerke, Computerspiele oder das neueste Wii keinen Platz. Ich vermeide es auch, meine Zeit den Medien zu widmen. Das mag ein wenig weltfremd scheinen, aber ich denke, in der Welt geschieht nichts, was für mich wichtig wäre: Die Welt geht auch unter, ohne daß ich es mir live bei RTL ansehe. Wieso soll ich also meine Zeit mit Problemen verschwenden, die ich nicht zu verantworten habe und für die ich keine Lösung kenne? Die Konsequenzen, die aus dem Handeln anderer für mich erwachsen, muß ich noch früh genug tragen, das reicht mir voll und ganz. Ich fokussiere mich stattdessen auf meine kreative Arbeit, weil ich damit keinen Schaden für die Welt anrichte. Das Arbeiten mit der Art von Instrumenten, die ich verwende, ist ebenfalls etwas, das enorm entschleunigt, denn jede Note, jeder Klang muß einzeln erschaffen werden, ohne daß ein hypermodernes Computersystem tausend und einen Trick auf einmal für mich erledigen könnte

Foyer des Planetarium Bochum
Foyer des Planetarium Bochum

Wenn Du einen Plan für die nächsten, sagen wir, vier Jahre hättest, wie würde der in etwa aussehen?

Überleben. Und vielleicht noch ein paar Platten machen, wenn ich darf.

Was würdest Du jungen Menschen raten, die gerade ihr Abitur/Hochschulreife erlangt haben und die vor der Entscheidung stehen ob Sie ein Studium beginnen oder in das Berufsleben einsteigen sollen?

Jeder muß seinen Weg für sich selbst finden und aus seinen eigenen Fehlentscheidungen und Irrtümern lernen -- dazu gehört auch, sie als solche zu erkennen und sie in Zukunft zu vermeiden. Von daher würde ich niemandem einen Ratschlag geben, denn Ratschläge sind auch Schläge. Ich glaube nur nicht, daß die Welt nochmal hunderttausend angepaßte BWL-Studenten braucht. Wir brauchen mehr Menschen, die Zeit ihres Lebens die bestehenden Verhältnisse infragestellen und vielleicht auch Impulse geben können, um sie zu verändern. Bevor man also auf ein Studium zurückgreift, bloß, weil man keine Perspektive findet oder nicht weiß, was man mit sich selbst anfangen soll, sollte man sich überlegen, was man immer schon machen wollte -- und dann versuchen, einen Weg zu finden, mit dem man dieses Ziel erreichen kann. Das kann ein Studium sein, eine künstlerische, handwerkliche oder kaufmännische Ausbildung -- ein allgemein gültiges Patentrezept gibt´s da nicht. Das Einzige, das man immer einkalkulieren sollte, ist die Möglichkeit des eigenen Scheiterns -- was wir am Ende sowieso alle tun, was hat man also zu befürchten? Scheitern gehört dazu, denn wie sonst würdest Du einen Erfolg bemerken wollen?


Diskografie von Stephen Parsick
Diskografie von Stephen Parsick

Gibt es einen Traum, den Du dir erfüllen möchtest?

Ich versuche, mich und mein Handeln so wenig wie nur irgend möglich von Träumen und Wünschen bestimmen zu lassen, denn die meisten Träume sind und bleiben nur das -- Träume, die unerreichbar bleiben. Aus der Unfähigkeit, dieses idealisierte Ziel zu erreichen oder zu erkennen, daß diese Träume meist aus gutem Grunde unerreichbar bleiben, erwächst für einen selbst sehr viel Kummer und Frustration. Wenn überhaupt, dann möchte ich weiterhin kreativ bleiben dürfen und vielleicht noch das eine oder andere Instrument auf die Musik, die darin schläft, ausloten können..

Zum Abschluss möchte ich Dir eine ganz persönliche Frage stellen: was hast Du vom Leben gelernt?

Es ist zu kurz, um es mit Kompromissen zu vergeuden. Es ist zu kurz, um es mit Menschen zu vergeuden, die mir nur dumm im Weg rumstehen, meine Arbeit als Vehikel für ihre eigene Eitelkeit benutzen wollen oder mich davon abhalten, den Weg, den ich mir ausgesucht habe, mit aller Konsequenz zu beschreiten. Das Leben endet Minute um Minute, und man sollte diese Minuten nicht leichtfertig mit Dingen, die schlußendlich ohne Bedeutung sind, verschwenden. Dazu gehört natürlich auch die Erkenntnis, was für einen selbst wirklich von Bedeutung ist und was nicht. Wenn sich das Leben völlig unerwartet dergestalt verändert, daß man das, was einem eigentlich wichtig ist, nicht mehr machen kann, hilft einem das ganze Gejammere um die Zeit, wo man es noch hätte tun können, nichts. Wenn Du es jetzt nicht machst, wirst Du es wahrscheinlich niemals mehr machen können.